Aktuelles

La grande belleza

Seit 44 Monaten wertschätzen wir die Qualität guter Kaffeepflanzen und besonderer Kaffeefarmer; man mag meinen um die Ecke, denn nicht anhand der gerösteten Bohne, sondern anhand natürlicher Erfrischungsgetränke, kombiniert mit Blüten und Kräutermazeraten, pasteurisiert, abgefüllt in Glasflaschen.


Von Ursprung, über Handelsmodell, von Konsum bis Verpackungslösung, von Ernteablauf bis Verarbeitungsprozess, möchten wir gemeinsam mit unseren Partnern und Lieferanten entlang der Wertschöpfungskette für Mensch und Planeten durch Innovation und Ehrlichkeit mehr Wert schaffen. Unsere Erfrischungsgetränke haben den Anspruch ehrlich und gesund zu sein, ökologisch, sozial, anders als das, was es da draußen bereits gibt.


Wir verstehen selo weniger als einzelnes Produkt beziehungsweise „Bio-Erfrischungsgetränk mit Koffein", mehr als Bewegung. Als Teil der nächsten Generation Kaffee. Unsere junge Firmengeschichte ist noch weniger linear verlaufen als erahnt und es bildet sich eine immer länger werdende Spur der Überraschungen ab. Wir haben 2015 damit begonnen auf Basis der Kaffeekirsche das erste natürliche Erfrischungsgetränk ohne Zucker herzustellen, welches Kaffeefarmen und -kooperativen die Möglichkeit geben sollte, mit ihrer inhärenten Infrastruktur zusätzliche Einkommensströme zu generieren. Und auf Konsumentenebene die saubere Alternative zum Energydrink darstellte, der Flügel verleihen soll. Nachdem die Kaffeekirsche von der EFSA als „Novel Food“ und somit nicht verkehrsfähig klassifiziert wurde (aufgrund der Tatsache, dass sie vor 1997 nicht in nennenswerter Menge in der EU konsumiert wurde, sondern ausschließlich in Drittländern und im Ursprungsland), fuhren wir das Unternehmen nur sehr knapp am Abgrund vorbei. Ein paar Wandeldarlehen, ein Strafverfahren vor dem LKA und eine intensive Produktentwicklung mit unseren gelobten Lebensmitteltechnikern später, füllten wir im August 2017 erstmals in Niedersachsen selo green coffee ab, eine belebende Erfrischung gewonnen aus grünem Rohkaffee – und ruderten mit Rückenwind aus der Presse gegen den Strom raus aus der Misere.


Besonders großes Potenzial sehen wir in der Distribution von Produkten über den Lebensmittelhandel (aka Supermarkt).  Aus einer Farbe (grün) und einer Rezeptur (grüner Kaffee, Enzian, Ingwer) wurden im Mai 2018 also drei Bio-Erfrischungsgetränke, deren Verfügbarkeit wir unbedingt im ganzen Land und darüber hinaus sicherstellen möchten. Wir haben entsprechend über 500 Biomärkte und konventionelle Supermärkte besucht und nicht nur Kühlschränke mit selo Flaschen befüllt, sondern uns nochmals intensiv mit den Kaffee-Regalen im ganzen Land auseinandergesetzt. Es ist kein Hexenwerk zu verstehen, dass es an der von uns sogenannten nächsten Generation Kaffee an allen Ecken und Enden mangelt. Qualität, Frische, Manufaktur, Transparenz, Verpackungsinnovation – Themen welche die Gastronomie längst bewegen, bleiben im Handel fast unbesetzt.
Kaffee wird (in Deutschland) immer noch größtenteils zu Hause getrunken und da längst nicht jeder eine lokale Rösterei um die Ecke hat (oder diese frequentiert), wird Kaffee vorrangig dort gekauft, wo auch Brötchen, Äpfel und Olivenöl ergattert werden.
Wir entschließen hiermit uns der Herausforderung Kaffee einfach noch direkter zu stellen und ein Produkt zu entwickeln, das auf ersten Blick wenig innovativ wirkt, auf den zweiten Blick jedoch alles anders macht, als die Nachbarschaft im doch sehr besetzten Produktregal. 


selo roasted coffee

Kaffeebohnen von hoher Qualität, transparent von der Kooperative in Huila Kolumbien bis nach Berlin gehandelt. Zwei Röstprofile für die Zubereitung als Kaffee und Espresso auf Basis des Rohkaffees von Experten entwickelt, in kleinen Chargen von Hand in Berlin trommelgeröstet, als ganze Bohne verpackt und möglichst frisch in die Regale gebracht. Das ist die nächsten Generation Kaffee für den Lebensmittelhandel – die Gegenbewegung zu Melitta, Maya und Kapsel. 
Natürlich absolut verrückt zu denken, dass man diese Wertschöpfungskette einfach selber aufbauen könnte. Wir schließen uns für das Projekt also mit den großartigen Röstern unserer Stadt Berlin zusammen, Bara von Tres Cabezas, Ersin und Hannes von Coffee Circle – in letzterer Rösterei wird produziert, wird jeder Beutel von Hand von uns verpackt.
Und welcher Händler lässt sich darauf ein? Der Bio-Pionier Alnatura möchte Kaffeequalität und Geschichte mehr Raum geben – und wagt den Schritt auf nationaler Ebene, ein frisches Manufakturprodukt im höheren Preissegment zu platzieren. Im Discount-Deutschland. Wir möchten dabei begleiten und gestalten, die Warengruppe Kaffee mit Charakter und Qualität erlebbar zu machen. Dabei sind Themen relevant wie die Platzierung von Mühlen in den Märkten, die Nutzung von Mehrweg-Kaffeebechern und der Verzicht auf Einweg, die Möglichkeit von Unverpackt Regalen. Abgesehen davon, dass wir fundamentale Werte (Qualität, Partnerschaft, Mehr als bio) mit Coffee Circle und Alnatura teilen und leben, blicken wir auf eine bereits sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit den Partnern zurück und haben uns dazu entschieden, das Experiment gemeinsam anzugehen. 


Haifischbecken?

Kaffee, nach Wasser das Getränk unserer heutigen Gesellschaft, Flüssigkeit im Einwegbecher, sozialer Mittelpunkt – Arbeitgeber von 20 Millionen Kleinfarmern und Abermillionen Baristas. Kaffee bewegt und verbindet die Welt, ist Genuss und Droge, doch die Wertschätzung hinter der Rohware und ihrer Erzeuger ist Jahrzehntelang gesunken, ähnlich wie der Börsenpreis, der zum Ende 2018 einmal wieder ein Rekordtief mit sich bringt. So niedrig, das man sich auch ohne jegliches Branchenverständnis kaum vorstellen kann, wie irgendjemand davon leben, geschweige denn in seine Farm und seine Mitarbeiter investieren soll.
Mit all unseren Produkten möchten wir der Vision einer nächsten Generation Kaffee - transparent, ökologisch, fair und lecker - näher kommen. Genau wie und gemeinsam mit Produzenten, Exporteure, Röster und Gastronomen in der weiten Welt verstreut.